Welpenerziehung

Dobermänner sind große, kräftige Hunde mit viel Temperament und von hoher Intelligenz. Eine ausreichend intensive Grundausbildung in Gehorsam und eine optimale Sozialisation sind bei solchen Hunden immens wichtig. Zudem ist es ein Hund, der eine Aufgabe benötigt, der gerne arbeitet und sehr gelehrig ist.

Welpenkäufer sollten sich am besten bereits vor dem Abholen ihres Welpen um eine gute Welpenspielgruppe kümmern und diese regelmäßig wenigstens einmal, besser zweimal wöchentlich mit ihrem kleinen Dobi aufsuchen. Idealerweise sollte sich diese Welpenspielgruppe aus Welpen der verschiedensten Rassen zusammensetzen. Dobermänner sind gerne auf die eigene Rasse fixiert, um dem entgegenzuwirken, ist es sehr hilfreich, wenn sie von Anfang an lernen, auch mit anderen Rassen zu spielen und auszukommen.

Gerade in der Sozialisationsphase (4. bis 12. Woche) ist es wichtig, den jungen Hund mit allem bekannt zu machen, das er für sein späteres Leben kennen und tolerieren muß und soll. Andere Hunde, aber auch andere Tiere gehören ebenso dazu, wie Kontakt mit Kindern, älteren Mitmenschen, Straßenverkehr, Menschenansammlungen, späteren Sportstätten/-geräten usw.. Es ist ein großer Fehler, den “ach so kleinen Welpen” in dieser Zeit behüten zu wollen, indem man ihn möglichst wenig Reizen aussetzt.

Auf die Welpenspielgruppe, in der auch bereits einfache Kommandos und Gehorsamkeitsübungen stattfinden können, folgt die Junghundgruppe, in der man nun gezielt an Gehorsam und Unterordnung des Hundes arbeiten kann. Will man später Hundesport betreiben, ist am besten, man besucht gleich einen Verein, der diese Sportart anbietet und bereits junge Hunde entsprechend vorbereitet. Will man also später zB in Richtung Agility oder Breitensport arbeiten, sucht man einen entsprechenden Verein, in dem man sich wohl fühlt. Steht einem der Sinn eher nach Rettungshundearbeit oder Obedience, sucht man sich solch einen Verein. Für den Dobermann ist es wichtig, prinzipiell eine gute Grundgehorsamkeitsausbildung zu machen. Ob man nun auf die Begleithundeprüfung hin arbeitet, die man für die meisten Hundesportarten braucht, oder von vorneherein in Richtung Obedience gehen will, ist weniger wichtig, als konsequent auf diesen Grundgehorsam hinzuarbeiten.

Dobermänner lieben eine klare Rangstruktur und sollten sie, allein schon aus Sicherheitsgründen bei einem so großen, starken Hund, auch erhalten. Das Zauberwort hier heißt “Konsequenz”. Dobermänner haben ein “Elefantengedächtnis”, erlaubt man ihnen einmal etwas, werden sie es immer wieder einfordern. Also sollte man genau überlegen, was man zuläßt und was nicht, schon beim ganz kleinen Welpen.

Ein Wort zu Kindern: die meisten Dobermänner kommen ausgezeichnet mit Kindern aus, dennoch sollten Eltern ihre kleinen Kinder niemals alleine mit dem Hund lassen. Viele Hunde, nicht nur Dobermänner, betrachten Kinder als in der Rangordnung unter ihnen liegend an und sind dann ggfs. bereit, diese wie einen Welpen zurechtzuweisen, wenn sie sich in den Augen des Hundes zu große Freiheiten herausnehmen. Schon von einem Mops oder Dackel kann eine solche Zurechtweisung böse enden, bei einem großen Hund erst recht, denn Kinder haben kein schützendes Fell und die hundetypische Zurechtweisung eines Welpen ist der Schnauzengriff. Zum einen ist also wichtig, daß Kinder begreifen, daß der Hund kein Spielzeug ist, weder nach ihm geschlagen werden darf, noch an seinen Extremitäten gezogen oder er überhaupt geärgert werden sollte. Zum anderen sollte Eltern generell klar sein, daß sie Hund und Kind - wenn zusammen - stets beaufsichtigen müssen. Den meisten Hunden ist anhaltendes, sehr lautes und helles Lachen, Schreien und Kreischen außerdem ausgesprochen unangenehm, vor diesen Geräuschattacken sollte man einem Hund besser eine Rückzugsmöglichkeit bieten.

Eine wertvolle Erziehungshilfe, gerade beim jungen Hund, ist der Zimmerzwinger, oder der “Crate”, wie er in den USA wo diese Methode herkommt, heißt. Der Crate ist nichts anderes als ein großer Transportgitterkäfig, groß genug, daß auch der erwachsene Hund später darin bequem aufrecht stehen und liegen kann. Diese Käfige haben verschließbare Türen, die Gittervariante ist besser geeignet, als die Plastikvariante, weil sie schön luftig ist und der Hund seine Umgebung auch beobachten kann. Man richtet den Käfig mit einer weichen Decke oder Schaumstoffmatratze ein, etwas Spielzeug und Kauartikel, anfangs gibt eine übergelegte Decke ein zusätzliches “Höhlengefühl”. Der Crate wird zu DEM Platz des Hundes, es ist sein eigenes Revier, sein Rückzugsraum, der Ort an dem er sich aufgehoben fühlen soll. In seinem Crate (= seiner Höhle) wird der Hund niemals bestraft, denn er soll gerne an diesem Platz sein und sich dort sicher fühlen. In den Käfig wird der Hund mit einem Kommando (z.B. “Höhle”, “Crate” oder “Zwinger”) geführt, vermeiden Sie “Platz”, denn dieses Kommando ist bereits andersweitig belegt. Sie werden bemerken, daß Ihr Hund bald von ganz alleine öfters in den Käfig geht, wenn er seine Ruhe haben will (die er dort auch haben soll!).

Da der Käfig geschlossen werden kann, ist er der ideale Aufenthaltsort für den Junghund, wenn Sie ihn kurzfristig aus dem Weg haben möchten (z.B. wenn er bei etwas stören würde), wenn Sie ihn für kurze Zeit alleine lassen möchten, ohne Gefahren einzugehen (für den Hund oder z.B. ihre Teppiche oder ihr Mobiliar), oder auch über Nacht, wenn der Hund nicht bei Ihnen im Schlafzimmer schlafen soll. Eine gute Beschreibung des Cratings, allerdings englischsprachig, ist hier zu finden. Als Daueraufbewahrungslösung ist der Crate jedoch nicht gedacht, aber er erleichert wiegesagt gerade die Junghundphase sehr.

Auch wenn Sie langfristig keine dauerhafte vereinssportliche Tätigkeit mit Ihrem Dobermann anstreben, sollten Sie wenigstens so lange mit Ihrem Dobermann regelmäßig am Gehorsam arbeiten, bis er das Flegelalter hinter sich hat. Das ist meist mit 12-14 Monaten der Fall. Dobermänner sind sehr lange sehr verspielt und temperamentvoll, oft kehrt erst ab dem 2. Lebensjahr etwas mehr Ruhe ein.

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