Warum IVR-UCI?

Diese Frage, die öfters mal gestellt wird, ist einerseits leicht, andererseits nur mit etwas weiterem Ausholen zu beantworten.

Unser Zuchtziel ist der familientaugliche, freundliche und fröhliche Dobermann, der aufgrund seiner ihm mitgegebenen Fähigkeiten unbestechlich Haus und Hof bewacht, aber andererseits Anschluß an unsere moderne Umwelt und ihre Lebensbedingungen findet.

Dazu gehört auch und vor allem, daß mannscharfe Schutzhunde heute einfach keinen Platz mehr in unserer Welt haben, es sei denn bei speziell dafür ausgebildeten Personen, die eigentlich außerdem unserer Meinung nach auch noch eine staatliche Genehmigung dafür bräuchten. Man mag es drehen und wenden wie man will, Fakt ist, daß ausgerechnet die Schutzhund-ausgebildeten Rassen wie Rottweiler, Schäferhund und Dobermann in der Vergangenheit neben den sogenannten Kampfhunden mit Beißvorfällen auffällig wurden. Genauer gesagt, es wurden vor allem ausgebildete Schutzhunde auffällig. Dies wird zwar von Anhängern des Schutzhundsports gerne verneint, die Fakten und Zahlen sprechen allerdings eine völlig andere Sprache.

Viele ausgezeichnete Kynologen haben sich mit dem Thema beschäftigt und kommen zu dem gleichen Ergebnis, das jeder Hundemensch mit ein bischen Sachverstand und Einsicht in die Vorgänge auch selbst erreichen kann: da wird mühevoll dem kleinen Welpen Respekt vor dem Menschen ansozialisiert, insbesondere eine Beißhemmung, und nur wenige Monate später wird ihm diese Hemmung zuerst über Beutespiele und dann über das Training am Mann wieder genommen. Bei den überragenden Sinnesleistungen des Hundes, seiner uns so überlegenen Nase, seinem exzellenten Gehör und seinen guten Augen, da soll er den Menschen im Hetzanzug nicht als Menschen wahrnehmen? Wer das versucht, jemandem weiszumachen, der ist nicht wirklich glaubhaft. Der Hund, gerade der der gute Arbeit am Mann leistet, der beißt nicht in eine Beißwurst, die rein zufällig nun aus Hetzarm und Arm eines Mannes darin besteht, er beißt schlicht in den Arm eines Menschen, der so geschützt ist, daß er nicht verletzt wird.

Zur sehr gut formulierten und recherchierten Information sei hier

auf einen Artikel der Hundezeitung verwiesen,

der gerade auch eine Reihe der Probleme beleuchtet, die die Schutzhundausbildung in heutiger Zeit betreffen.

In den meisten FCI-Ländern, wie auch in Großbritannien (KC) und den USA (AKC) ist es überhaupt kein Problem, gezielt den Familienhund Dobermann zu züchten, ohne eine Schutzhundausbildung mit dem Hund zu machen oder einen Rüden nehmen zu müssen, der ebenfalls auf seine Schutzhundfähigkeiten selektiert wurde. Alle diese Länder stellen es dem Züchter frei, auf den Polizeihund oder auf den Familienhund hin zu züchten. Deutschland nicht. Wer in Deutschland innerhalb des VDH/FCI einen Dobermann als Zuchthund zulassen möchte, ist gezwungen eine Zuchtzulassungsprüfung zu absolvieren, die zwangsweise die Schutzhundprüfung (VPG1) beinhaltet! Man hat also gar keine Wahl, selbst dann wenn man den Schutzdienst ablehnt: ohne Schutzdienst keine Zuchtzulassung.

An dieser Stelle sei betont, daß es nicht der VDH ist, der die Schutzhundprüfung zwingend verlangt, sondern der einzige in Deutschland zugelassene Dobermannzuchtverein.

Die einzige mögliche Alternative, die man in Deutschland hat, ist es außerhalb des VDH/FCI zu züchten. Wir haben diesen Weg beschritten, weil wir keine schutzhundausgebildeten Zuchthunde im Haus haben wollen, und vor allem auch, weil wir keine Welpen in die Welt setzen wollen, deren Eltern darauf selektiert wurden, wie gut sie Menschen im Hetzanzug beißen. Der Dobermann hat so viel mehr zu bieten, als nur seine Polizeihundeigenschaften!

Davon unbetroffen ist, daß unsere Hunde selbstverständlich dennoch alle anderen Qualitäten des Dobermanns haben sollen, daß wir sie selbstverständlich gesundheitlich in gleicher Weise überprüfen lassen und natürlich entsprechen sie dem FCI-Standard, sind vollzahnig, haben ihr gutes, unerschrockenes und menschenfreundliche Wesen in einem Wesenstest unter Beweis gestellt und sind HD-frei. Die Ablehnung des Schutzdiensts schließt also keineswegs die Ablehnung der anderen Merkmale und Tests ein.

Daß wir am Ende beim IVR-UCI landeten hatte dann mehrere Gründe, unter anderem den, daß mit diesem Verband und seinem internationalen Dachverband eine völlig neutrale Erteilung der Ahnentafeln erfolgt und den Käufern unserer Welpen eine große Anzahl an Schauen und Sportereignissen offenstehen.

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